Der Wald - eine ganz besondere Welt

Der Wald als LebensweltDer Wald als Lebenswelt

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - AkeleiEs gibt Wälder, die bestehen nur aus Bäumen. Das sind meist vor etlichen Jahrzehnten kunstvoll angelegte Forstplantagen, in denen die Bäume - in erster Linie Fichten - in Reih und Glied stehen; die Kronen so dicht an dicht, daß am Boden Finsternis herrscht und nichts mehr wächst.

Nein, eigentlich sind das keine Wälder mehr.

Zu einem gesunden Wald gehören Sträucher und Kräuter, Moose und Pilze und noch viele andere Pflanzen - eine ganze Lebenswelt.

Allerdings legt der Baumbestand die Bedingungen fest, unter denen die übrigen Pflanzen leben: wieviel Licht sie bekommen, wieviel Wärme und Wind, wieviel Wasser und mineralische Nahrung. Viele Pflanzenarten brauchen den Wald, diese Lebensgemeinschaft, um überhaupt existieren zu können. Andere kommen auch ohne ihn aus, vielleicht besser; sie wachsen üppiger ohne die Konkurrenz der Bäume.

Wenn der Mensch nicht ständig rodend eingegriffen hätte, wären unsere Breiten völlig verwaldet. Aufschießende Bäume würden das Hochkommen der Sträucher und Kräuter verhindern, ganz einfach durch den Entzug von Licht und Wasser. Doch auch lichtliebende Pflanzenarten hätten in solchen Wäldern noch Wuchs-Möglichkeiten, weil sich durch Absterben und Umstürzen der Bäume oder durch Windwurf immer aufs neue Lichtungen bilden. Andere Arten haben sich den Lichtverhältnissen im dunklen Tann längst so gut angepaßt, daß sie außerhalb dichter Baumbestände mit ihrem Schatten kaum existieren könnten.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - ButterpilzIm Wald nutzt jede Pflanze den ihr zur Verfügung stehenden Raum möglichst vollkommen. Sie teilt ihn ja mit vielen im Wettbewerb; es sind Konkurrenten im Kampf um Licht und Luft, Wasser und Bodensalze. Bäume, Sträucher, Kräuter, Farne, Moose, Pilze, Flechten nehmen, je nach ihrer Art, bestimmte Standorte ein, die ihren Ansprüchen genügen und deren Ausdehnung durch die Ansprüche anderer Arten begrenzt wird. Das Ergebnis dieser Aufteilung ist nicht nur ein Nebeneinander verschiedener Pflanzen, sondern auch eine Art Schichtung im Waldinnern. Man unterscheidet eine Baum-, eine Strauch- und eine Krautschicht, dazu oft eine Moosschicht direkt am Boden. Diese Schichtungen setzen sich unter der Erdoberfläche fort, im Wurzelraum: Die Wurzeln der verschiedenen Pflanzen reichen in ganz unterschiedliche Tiefen.

Deutlich unterschiedliche Wuchsformen - Baum, Strauch oder Kraut - zeigen nur die höheren Pflanzen, besonders die Blüten- oder Samenpflanzen. Bäume bilden Holz; sie haben einen Hauptstamm, der meist im oberen Teil stark verzweigt ist. Auch Sträucher zeigen Holzbildung, aber bei ihnen kommt es durch Verzweigung schon an der Basis zur typischen strauchigen Wuchsform. Die Kräuter dagegen bilden - bis auf eine manchmal verholzte Basis - nur saftige, krautige Stengel aus, die gegen Ende der Vegetationsperiode absterben.

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