Der Wald - eine ganz besondere Welt

Schutz vor den Gefahren der BergeSchutz vor den Gefahren der Berge

Im Hochgebirge, beispielsweise in den nördlichen Alpen, nimmt die Wärme vom Tal zu den Gipfelregionen rasch ab, die Niederschläge nehmen zu. Daraus ergibt sich ganz von selbst eine Dreigliederung der natürlichen Gebirgswälder.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - HaselstrauchTäler und die niederen Hänge sind mit Laubwäldern bedeckt. Daran schließt sich das breite Band des Bergmischwaldes an: Laubbäume, Fichten und Tannen. Ab 1500 Metern nehmen natürliche Nadelwälder zu, bis der Wald bei etwa 1800 Metern seine obere Grenze erreicht. Im Hochgebirge kann man auf wenigen Kilometern von Tal zu Berg genauso vielfältige Waldgesellschaften durchwandern wie im Flachland auf vielen Kilometern von Süd nach Nord.

Wald ist in bergigem Gelände noch weit wichtiger als in der Ebene. Im Hochgebirge hat er überwiegend eine Aufgabe als Schutzwald. Der Mensch hat Gebirgswald gerodet, um Siedlungen, Äcker, Wiesen und Straßen anzulegen, hat Schneisen für Lifte und Abfahrten geschlagen. Wo er dabei die Schutzfunktionen des Waldes zu wenig beachtete, haben Lawinen, Steinschlag und Hochwasser die Siedlungen und häufig auch die dort lebenden Menschen vernichtet; in den Bergen rächen sich Vergehen am Wald sehr viel härter als im Flachland.

Denn die Hänge sind steiler und länger als sonstwo, die Niederschläge viel stärker als in der Ebene. Siedlungen, Verkehrswege und die Menschen selbst sind gefährdet, wenn der Schutzwald lückenhaft wird.
Aber man fragt sich natürlich, wie der Wald in kritischen Situationen seine Schutzfunktion überhaupt ausfüllen kann. Auch Bäume sind verletzlich. Wie können sie herabfallende Steine, abwärts rutschenden Schnee und herabschießendes Wasser aufhalten, ohne im Lauf der Zeit selbst zerstört zu werden? Und wie kann unter solchen Umständen immer wieder junger Wald nachwachsen?

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - WeißtanneNun, die Natur hilft sich. Sie hat da Strategien entwickelt, um den Wald zu schützen und die Verjüngung zu sichern. Hauptbaumarten wie Buche, Tanne, Fichte und Bergahorn werden sehr alt; die Zahl der Lücken im Gebirgswald ist deshalb unter natürlichen Bedingungen gering. Im Lauf eines Baumlebens wird viel Humus am Waldboden angesammelt. Die Bäume bilden durch mehrere Jahrhunderte alle paar Jahre viele Samen. So ist der Waldboden fast ständig mit kleinen Baumsämlingen übersät; sowie genügend Licht bis zum Waldboden durchdringt, beginnen sie zu wachsen.

Wo alte Bäume umgefallen sind, siedeln sich am Boden sofort raschwüchsige Pionierpflanzen wie Weidenröschen, Weide, Holunder, Eberesche oder Wildkirsche an. Sie stoppen den Abbau des angesammelten Humus, hindern zusammen mit den umgestürzten Bäumen Steine am Herabstürzen, Wassermassen am Herabschießen und die Schneemengen am Abrutschen. Im Schutz dieser Pionierpflanzen können die Hauptbaumarten in Ruhe aufwachsen. Nach einigen Jahrzehnten haben sie die Pioniere überwachsen und bilden schließlich für mehrere Jahrhunderte wieder einen neuen, dichten Wald.

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