Als
1816 in Jagstfeld in der Nähe von Kochendorf zum ersten Mal in
Europa das „Weißes
Gold“ genannte Steinsalz
gefunden wurde, begann eine neue Zeitrechnung. Das für die Ernährung
wichtige Natriumchlorid
(NaCl) war ein begehrtes Gewürz und Konservierungsmittel, das manchmal
sogar mit Edelsteinen aufgewogen wurde.
1899
begann das Salzzeitalter auch in Kochendorf. Das hier geförderte
Salz wurde ab 1935 über den neuen Neckarkanal bis nach Holland
verschifft. Während der Nazizeit wurden die Stollen (wie auch an
anderen Orten) zweckentfremdet: es wurden große Mengen an Kunstwerken
eingelagert, die hier die Kriegswirren unbeschadet überstanden.
Auch als Rüstungsbetrieb sollten die Stollen dienen: Anfang 1944
wurde in Kochendorf eine Abteilung des Konzentrationslagers
Natzweiler-Struthof eingerichtet. Die Häftlinge sollten die
Rüstungsfabrik im Salzbergwerk anlegen. Im heutigen Besucherbergwerk
erinnert eine Dauerausstellung „Gedenkstätte
KZ Kochendorf“ an diese Zeit.
In
erster Linie soll das Salzbergwerk heute interessierten Besucher die
Geschichte und Technik der Salzgewinnung nahebringen. Mit dem Förderkorb
fährt man in einer halben Minute 180 Meter in die Tiefe. Auf dem
denkmalgeschützten Rundgang kann man 200 Millionen Jahre Erdgeschichte
erleben und die Welt der Bergleute besichtigen. Auch an Familien mit
Kindern und behinderte Menschen wurde gedacht: der 1,5 Kilometer lang
Rundweg ist für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer bestens geeignet.
Die Temperatur im Bergwerk beträgt im Sommer wie im Winter gleichbleibende 18 °C. Es erwarten Sie geologische Schautafeln und interessante Filme, moderne Präsentationen, interaktive Experimente und eine effektvolle Schausprengung, die man selbst auslösen kann sowie verschiedene Licht- und Laserinstallationen. Beeindruckend ist auch der Kristallsaal. Vor allem Kindern wird die rund 40 Meter lange Rutsche im Kuppelsaal gefallen. Auch die Technik kommt nicht zu kurz: Ausgestellte Maschinen und die inszenierte Aufbereitungsanlage vervollständigen das interessante Angebot.

Besucherbergwerk Kochendorf - Kristallsaal
Ein Besuch im Besucherbergwerk Kochendorf lässt sich ideal mit einem Familienausflug verbinden. Direkt neben dem Bergwerk befindet sich die Bergschänke, in der Sie sich nach Ihrem Besuch stärken können. Nur wenige Gehminuten entfernt, genau gegenüber dem Rameder Montagepoint Neckarsulm-Bad Friedrichshall, liegt ein kleiner Spielplatz, der von viel Grün umgeben ist und gut von der Straße abgeschirmt ist. Nach einem etwa zehnminütigen Spaziergang vom Salzbergwerk aus erreicht man den Aussichtspunkt Kocherspitze. Von dort aus lässt sich die Mündung des Kochers in den Neckar bewundern. An dieser Stelle hat die Stadt Bad Friedrichshall einen Rastplatz mit einer Infotafel errichtet. Und wer seinen Besuch mit einer kleinen Radtour verbinden möchte, muss nicht daran erinnert werden, dass Friedrichshall genau am malerischen Kocher-Jagst-Radweg liegt.
Mehr Informationen:
Südwestdeutsche Salzwerke AG
Salzbergwerk Bad Friedrichshall-Kochendorf
Bergrat-Bilfinger-Straße 1
74177 Bad Friedrichshall
Tel.: +49 (0) 71 36 / 271 33 03
Fax: +49 (0) 71 36 / 271 32 65
eMail: info@salzwelt.de
Internet: www.salzwelt.de
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