Der Wald - eine ganz besondere Welt

Auch Blumen sind nur Kräuter

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - TaglichtnelkeBotaniker sind meist nüchterne Leute. Pflanzen, bei denen die oberirdischen Teile im Herbst verwelken und verschwinden, nennen sie "Kräuter".

Dazu gehören also nicht nur, wie man meinen könnte, Petersilie und Bohnenkraut, sondern fast alle schönen Blumen. Veilchen und Maiglöckchen, Akelei und Türkenbund - Kräuter sind's, nicht mehr und nicht weniger.

Blumen - oder Kräuter -, die im Laubwald wachsen, müssen sehr anpassungsfähig sein. Denn übers Jahr verändern sich die Lebensbedingungen kräftig. Da müssen sie mithalten können. Ihre Vegetationsphase beginnt, wenn das Licht der ersten warmen Sonnentage im Vorfrühling durch die unbelaubten Kronen der Bäume dringt und, fast ganz ohne Schatten, den Boden kräftig erwärmt. Das Ergebnis zeigt sich schnell: In kurzer Zeit grünt und blüht der ganze Wald - das Buschwindröschen ist vorne dran, dann kommen Schlüsselblume, Lungenkraut und Veilchen.

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - WaldhabichtskrautDies ist die Jahreszeit, in der unsere Laubwälder am schönsten blühen - nur am Boden, versteht sich. Die frühblühenden Kräuter nutzen den fast ungestörten Lichteinfall so gut wie möglich. Der Waldboden ist bunt: weiß, gelb, blau. Später, wenn die Waldbäume Laub treiben, ändern sich die Lebensbedingungen am Boden. Es wird schattig da unten, oft dunkel. Blüten gibt es kaum noch - nun ist fast alles nur noch grün.

Im Herbst, wenn die Temperaturen sinken, ziehen sich die Kräuter zurück - ganz wörtlich: Viele ziehen ihre oberirdischen Organe einfach ein. Wichtig ist, daß die Frühblüher bis dahin die Möglichkeit haben, Stärke und andere organische Substanzen in ihren Knollen und Wurzelstöcken zu sammeln, damit fürs Austreiben im nächsten Frühjahr genügend Vorrat da ist. Manche Frühblüher sammeln diese Reserven schon sehr zeitig im Jahr. Sie können dann alsbald, nachdem die Bäume ausgetrieben haben, ihre oberirdischen Organe zurücknehmen; sie sind ja bereits fürs nächste Jahr gerüstet und können bis dahin getrost aus der Waldvegetation verschwinden.

In Nadelwäldern haben es viele Kräuter schwerer; da herrscht auch im Frühjahr Schatten, oft Dunkelheit. Das ertragen nur wenige blühende Pflanzen. Wie schnell allerlei Kräuter aber auch im Nadelwald zur Stelle sein können, merkt man dann, wenn durch Windwurf oder durch Menschenhand eine Lichtung entstanden ist. Schon im nächsten Jahr blüht es dort in allen Farben.

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